Mit einer zweieinhalbjährigen Pause ist das unglaublich tolle T610 bei mir jetzt seit sage und schreibe sechs Jahren im Einsatz. Neben meinem Braun-Fön ist es das robusteste und langlebisgste technische Gerät, das ich habe. Weder täglicher Gebrauch noch meterhohe Stürze und weder Wasser noch Kaffee haben es klein gekriegt. Da stört auch die vollkommen unbrauchbare Kamera nicht.t610 Zweimal hatte ich es verloren/gestohlen geglaubt, es aber wieder zurückbekommen. Es hat mich nach Landau und London, Venedig und Vechta begleitet, hat Wind, Sturm und Regen getrotzt und bewahrt mich gerade durch dezentes Piepen vor allzugroßen pathetischen Übertreibungen. Ad multos annos!

…oder: die Vermessung der Staaten…

Der Roman „Die Karte meiner Träume“ ist ein tolles Debüt für Reif Larsen.

T.S. Spivet ist zwölf Jahre alt, hat kürzlich seinen jüngeren Bruder durch einen Schießunfall verloren und lebt mit seinen Eltern und seiner großen Schwester auf einer Ranch im US-Bundesstaat Montana. Er ist ein fotografisch genauer Beobacher seiner Umwelt und seiner Mitmenschen und kann seine Beobachtungen exakt dokumentieren. Gegenwärtig hat er bereits eine veritable Bibliothek angelegt, die mit seinen exakt katalogisierten Arbeiten gefüllt ist. Wegen der enormen graphischen Qualität seiner Aufzeichnungen soll er vom Washingtoner Smithsonian Museum den Baird-Preis erhalten. Dass er noch ein Kind ist, weiß die Jury jedoch nicht.

Larsen lässt uns an der Opulenz von T.S. Arbeiten teilhaben. Gemeinsam mit dem Grafiker Ben Gibson legt er ein Buch vor, das den Leser vom Lesen ablenkt. Einen solchen Effekt positiv einzusetzen ist keine Kleinigkeit. Denn hier verlässt man die eigentliche Sache nicht, wenn man hemmungslos hin- und herschmökert, sondern man nähert sich ihr an. Es geht um die umfassende Darstellung der Denke und Wahrnehmung von T.S. Spivet. Sie besteht nicht nur aus einem fortschreitenden Text oder einem Gedankenstrom, sondern spielt sich in topographischen Karten, Diagrammen, Fußnoten, Exkursen und Schemata ab.

Das ganze wird minutiös ausgearbeitet präsentiert. Als Beispiel sei hier das Notizbuch der Mutter angeführt, das T.S. während seiner Reise liest. Für die ausladenden Zitate wurde ein typographischer Trick verwendet, so dass zwar die gleiche Schriftart wie im übrigen Text eingesetzt wird, sie aber leicht ausgebleicht oder verwittert erscheint. Kleine Risse durziehen die Buchstaben. Auf den ersten Blick wirkt das wie von einer eine schwächelnden Druckmaschine produziert, aber dann entdeckt man die Absicht. Parallel zu diesen Zitaten befindet sich in der Randspalte schematisch die in der zwischenzeit zurückgelegte Zugstrecke mit den passierten Orten und Bahnhöfen. Nicht nur visuell ist das höchst reizvoll, sondern es bringt auch eine originelle Darstellung der unterschiedlichen Zeitverläufe mit sich. In der Aufbereitung und Auswahl von T.S.’s Beobachtungen erinnert das Buch manchmal an die liebenswerte Verschrobenheit von Ben Schotts Sammelsurium.

„Die Karte meiner Träume“ ist – wie sollte es anders sein – ein Entwicklungsroman. Indem T.S. beschließt, auf eigene Faust zur Preisverleihung zu reisen, nähert es sich seiner Heimat und seiner Familie immer mehr an. Trotz der Erlebnisse seiner abenteuerlichen Reise geht es doch letztlich immer nur um eines: Die Liebe zu seiner Heimat und die Sehnsucht nach seinem toten Bruder. Larsens Kritik an großer Politik und übertriebenem Ehrgeiz ist ein Loblied auf die Familie und ein großartiges Land.

Zum Schleuderpreis von 22.95 EUR ist dieser opulente Prachtband bei S. Fischer erschienen. ISBN 978-3-10-044811-8

Vielleicht soll es ein Kontrast zur globalen Erwärmung sein. Vielleicht ein Irrtum. Vielleicht aber auch nicht.

Der meistherbeigesehnte Jahres-Hauptkatalog der Möbel-Einzelhandels-Branche für die Saison 2009/2010 (offiziell „2010″ genannt) landet in diesen Tagen in den Postkästen der Welt. Zumindest wenn auf jenen kein „Bitte keine Werbung einwerfen“-Sticker klebt. Bei mir gibt es einen solchen (Aufschrift natürlich in Frutiger Heavy gehalten). Das hält zwar Pizzeriaflyer-Verteiler nicht davon ab, ihre Pamphlete reinzuschmeißen, aber den neuen IKEA-Katalog musste ich aus dem Altpapier meiner Nachbarn fischen. So sieht die linke obere Ecke aus:

Da fängt das Frösteln an...

Da fängt das Frösteln an...

Hätte ich ihn lieber in der Tonne gelassen! Denn für mich als professioneller Kataloggestalter waren die Prospekte der super-sympathischen Schweden immer das große Vorbild gewesen. 4 Dinge hatten mich immer begeistert:

  1. Katalogformat: Die Diagonale entspricht genau der Höhe einer DIN A4-Seite – genial!
  2. Sprache: Kurze Sätze, natürlicher Sprachfluss. Vom unbarmherzigen „du“ abgesehen einfach schön zu lesen.
  3. Fotos: Nichts gephotoshopt, sondern alles richtig fotografiert.
  4. Typo: Futura hat nicht nur einigen politischen Parteien zu großen Erfolgen verholfen.

Am Format und den Fotos hat sich zum Glück nichts geändert. Der Rest lässt mich frösteln. Es fängt bei der Jahreszahl an: Die hat man nun klein in die linke Ecke verbannt und auch noch um 90° gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Das gab es zuletzt 2007. Offensichtlich ist jemand nach zwei Jahren als Design-Verantwortlicher gefeuert worden. Der neue hat dann gleich gründlich aufgeräumt und auch eine neue Katalogschrift einfeführt. Es ist die banale Verdana. Beliebt für E-Mails und Webseiten. Gehasst in der Druckproduktion, da sich die Laufweite kaum auf ein lesbares Maß bringen lässt und weil einige Zeichen einfach gnadenlos hässlich sind. Das kleine „j“ etwa oder die „1″. Und die springt einem bei der 2010 auch gleich gnadenlos in die Augen.

Längere Texte oder Listen wie das Inhaltsverzeichnis flimmern geradezu vor den Augen. Kein Wunder: Die Bildschrimschrift Verdana mach aus dem Prospekt eine Mattscheibe. Das Lesen macht so gar keinen Spaß mehr und dann kommt auch noch die Sprache: „In unserem IKEA BUSINESS Netzwerk lässt es sich wunderbar Ideen austauschen oder abgucken, wie Kollegen ihre Geschäftsräume eingerichtet haben – vom Schaufenster im Snowboard-Shop bis zur Kaffeebar im Tattoo-Studio.“ Da rumpelt es gewaltig in der Syntax und entspannt klingt es auch nicht.

Kinder, was habt Ihr getan? Neben dem Bett liegt der IKEA-Katalog bei mir ab sofort nicht mehr. Ansonsten müsste ich mir wohl eine extra-Decke „MYSA RÖNN“ bestellen…

Welcome to WordPress.com. This is your first post. Edit or delete it and start blogging!

…das sagt jedenfalls WordPress. Ja, ich bin neu hier, aber mein Blog ist schon ein paar Jahre älter. Mein bisheriger Webhosting-Service hat allerdings die Preise saftig angehoben, so dass ich jetzt hierher gewechselt bin. Und ich gelobe feierlich: Jetzt kommt wieder regelmäßig nachschub im reader+!

There will be GoogleFlu! Rumours suggest talks in progress

Google Inc.

Speculation coming out of the US overnight linking Google Inc with influenza start-up Swine Flu suggests the two companies are in takeover talks.

The news has been broken by the same source that was first to report Google was in the process of buying YouTube a couple of years ago and Twitter at the beginning of April

Yesterday Michael Barrington wrote on the influential HealthCrunch group-edited blog about influenza start-ups, “We don’t know the price but can assume it’s well, well north of the $250 million valuation that they saw in their recent funding.”Late last year the company snubbed the advances of Facebook to buy the desease service for a rumoured $500 million in stock.

The draw for Google, Arrington maintains, “It holds the keys to the best real time health and desease device on earth, and Google doesn’t even have a horse in the game.”

Neither companies are saying anything about the suggestion.

Coincidently, Swine Flu is known to be currently testing out its new worldwide distribution system, and in the past couple of days has just announced its new Destructive Director. He is former Viral Design Lead at Pfizer, Dick Brewman.

Liebe Deutsche Bahn, der Beweis ist erbracht. Es geht tatsächlich. Die Privatbahnen machen es vor: Man kann saubere, pünktliche, komfortable und leise Regionalzüge betreiben. Ich hatte heute das Vergnügen, Bekanntschaft mit Abellio zu machen. Das ist keine Figur aus einer Donizetti-Oper, sondern tatsächlich ein Zug-Betreiber aus dem Ruhrpott. Und mit ebendiesem fuhr ich von Hagen nach Essen und retour.

Abellio im Hauptbahnhof Essen


So klangschön der Name Abellio, so exquisit die Reise: Steckdosen an jedem Sitzplatz gibt es ansonsten nur im ICE 3 oder bei der Lufthansa ab Business-Class aufwärts. Aber in einem Regionalzug – alle Achtung, Signore Abellio. Und man kann tatsächlich Fahrkarten im Zug kaufen. Mit Kleingeld, mit Scheinen, mit EC- oder Kreditkarte. Das sucht man bei der DB auch sehr lange. Dass die flüsterleisen Züge piccobello sauber sind, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Das führt dann auch dazu, dass sich die Mitinsassen oder – ja, hier kann man es so formulieren – FahrGÄSTE leise unterhalten oder schlafen.

Liebe Bahn, bitte ansehen, lernen, nachmachen. Dann geht es uns allen besser. Danke!

Eine sehr spezielle Meldung war heute in vielen Zeitungen und online-Medien zu lesen: „Liechtensteins Fürst Hans-Adam II. hat Deutschland als „Viertes Reich“ bezeichnet – in einem Brief an das Jüdische Museum in Berlin.“ (etwa auf www.zdf.de)

Das ist in vielerlei Hinsicht sehr bemerkenswert: Bei dem Jüdischen Museum handelt es sich um eine Stiftung, die sich mit Kunst beschäftigt. Warum schreibt ihm ein Staatsoberhaupt seine Meinung über den Staat, in dem sich diese Stiftung befindet? Weil das Museum in Liechtenstein um eine Leihgabe für die Ausstellung über so genannte Beutekunst gebeten hatte. Nun wäre ja gerade dies eine unterstützenswerte Aktion, wenn man der Meinung ist, dass die Bundesrepublik mit dem Dritten Reich vergleichbar wäre.  So könnte man seine antifaschistische bzw. anti-antisemitische Gesinnung gut zum Ausdruck bringen.

Allerdings scheint es Herrn Hans-Adam II. nicht darum zu gehen, dies zu tun. Es ist sogar zu vermuten, dass er eine solche möglicherweise gar nicht besitzt. Aber das sind Spekulationen. Festzuhalten ist, dass die Vorgehensweise im höchsten Maße unprofessionell ist. Ein Museumsdirektor ist nicht der richtige Adressat für den Vorwurf, die Bundesrepublik Deutschland missachte das Völkerrecht. Den Brief überdies in einer Schweizer Tageszeitung (der Tages-Anzeiger aus Zürich, vgl. unter www.focus.de)  abdrucken zu lassen und somit noch einen weiteren, unbeteiligten Staat ins Spiel zu bringen, ist kurios. Am selben Tag zu sagen man habe es nicht so gemeint schließlich, ist schitzophren.

Meine Schlussfolgerung: Hier offenbaren sich die Nachteile der Erbmonarchie. Unter normalen Umständen hätte es Hans-Adam vielleicht zum Aushilfskellner gebracht. So kann er aber herumposaunen wie er will und verursacht einen schicken unnötigen internationalen Konflikt. Muss man auch erst einmal hinbekommen…

Oh Schreck!

Schneider-Schott-Musikpreis Mainz 2008

Gestern wurde im Staatstheater Mainz der Schneider-Schott-Musikpreis Mainz an den ungarischen Komponisten Martón Illés verliehen. Ich hatte die Gelegenheit bei diesem Event einige Fotos zu machen, die ich niemandem vorenthalten möchte.

hier geht es zur Bildergalerie

Für alle Fans des großen Poeten Frank Zappa gibt es hier seinen Lebenslauf als Zeitleiste.
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